Herzlich Willkommen auf den Webseiten der Stadt Hückeswagen. Hier haben Sie die Möglichkeit, direkt zu Einstiegspunkten in der Webseite zu springen:

Hückeswagen

Diese Seite wurde von www.hueckeswagen.de ausgedruckt. Sämtliche Rechte an Texten, Bildern und anderen Medien liegen bei der Stadt Hückeswagen.

Kontrast:
Schrift:

Hückeswagener Stadtwappen

Das aktuelle Hückeswagener Stadtwappen
Stadtwappen Hückeswagen

Ein kurzer Überblick über die Entstehung des Hückeswagener Stadtwappens

Das aktuelle Hückeswagener Stadtwappen wird in § 4 Abs. 1 der Hauptsatzung der Schloss-Stadt Hückeswagen wie folgt beschrieben:

Das Stadtwappen (..) zeigt in dem waagerecht gestellten geteilten dreieckigen Schild oben den halbierten nach links springenden limburgisch-bergischen Löwen in rot auf silbernem Grund; unten im schwarzen Felde das silberne Weberschiffchen mit heraushängendem silbernen Faden. Den Schild krönt eine rote Mauer mit dem Toreingang und drei Mauertürmen.

Wie kam es zu diesem Stadtwappen?

Originalentwurf des Hückeswagener Wappens von 1892 mit den Änderungen von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) im Heimatmuseum Hückeswagen. Die handschriftliche Änderung des Kaisers (oben rechts) lautet: Schild einfach dreieckig ohne Ausfräsung
Das geänderte Wappen von 1892

Am 19. April 1892 ersuchte der Hückeswagener Bürgermeister Langenfeld darum, ein eigenes Stadtwappen für die 1859 zur Stadt erhobene Freiheit Hückeswagen führen zu dürfen. Dem Antrag wurde der Entwurf eines Wappensiegels beigefügt, dessen Inhalt und Form weitgehend einem "älteren Hückeswagener Gerichtssiegel von 1546" entlehnt war und "in einer Kisten in der Kirchen, dar jeder scheffen einen schlussel zu hat", aufbewahrt wurde.

Den neuen Entwurf hatte der Düsseldorfer Maler Grotjohann, ein genauer Kenner der Heraldik, angefertigt. Die Ausführung erfolgte auf Vorschlag des Geheimen Archivrates Dr. Woldemar Harleß, der einige Jahre zuvor (1889) das erste und grundlegende Werk über "Geschichte von Amt und Freiheit Hückeswagen" in der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins herausgebracht hatte. Er galt als bester Kenner der Hückeswagener Stadtgeschichte. Nachdem der ursprünglich in Vorschlag gebrachte Renaissanceschild von Seiner Majestät eigenhändig in einen dreieckigen gotischen Schild umgeändert wurde, erfolgte mittels Allerhöchsten Erlasses vom 9. August 1892 die Genehmigung mit folgendem Wortlaut:

"Auf den Bericht vom 29. Juli dieses Jahres will Ich der Stadt Hückeswagen, im Regierungsbezirk Düsseldorf, zur Führung des in der zurückfolgenden Zeichnung dargestellten Wappens hierdurch Meine Genehmigung erteilen. -
Marmor Palais, den 9. August 1892. gez. Wilhelm R.
ggez. Herrfurth. An den Minister des Innern."

Mit der 1892 erfolgten Genehmigung eines neuen Städtewappens zählte Hückeswagen mit zu den ersten Städten des Bergischen Landes, die ein solches Wappen amtlich führen durften.

Zugrunde lag dem genehmigten Stadtwappen von Hückeswagen ein an einer Schuldverschreibung der Stadt vom Januar 1630 befindliches Papiersiegel der Hückeswagener Schöffen, das zwar nicht scharf modelliert war, aber doch deutlich innerhalb einer Kreislegende einen quergeteilten Wappenschild erkennen ließ.

Im oberen Feld zeigt sich ein rechtsspringender, gekrönter, doppelschwänziger Löwe. Das limburgisch-bergische Wappenschild sollte die Zugehörigkeit von der Stadt und ehemaligen Grafschaft Hückeswagen zum Bergischen Lande dokumentieren und gibt dem Löwen eine rote Färbung mit blauen Waffen (Krone, Zunge, Zähne, Krallen) auf silbernen Grund. Dagegen ist der untere Teil des Wappenschildes mit silbernem Webeschiff auf schwarzem Grund belegt und deutet auf die ehemalige Hauptindustrie Hückeswagens, die Tuchindustrie, hin, die 1969/70 mit der Stillegung der Firma Hueck & Cie an der Aue ihr Ende fand, nachdem ein Brand 1969 einen großen Teil der Firma vernichtet hatte. Die schwarze Farbe in dem unteren Feld erinnert an die berühmten schwarzen Tuche, die u. a. an die europäischen Fürstenhöfe geliefert wurden und der Hückeswagener Tuchindustrie Weltruf einbrachten. Die Farben des unteren Feldes entsprechen außerdem den preußischen Landesfarben. Während das alte Siegel von 1546 das ursprüngliche Webeschiffchen ohne Faden wiedergibt, zeigt das Oblatensiegel des Gerichts Hückeswagen von 1609 bereits den heraushängenden Faden im Webeschiff. Um 1800 muss das alte Schöffensiegel außer Brauch gesetzt worden sein, da es nicht mehr geführt wurde. Es ist den verantwortlichen Gestaltern und Stadtvertretern von 1892 aber sehr zu danken, dass sie bei der Neubeschaffung des Hückeswagener Stadtwappens auf die historischen Grundlagen zurückgriffen. 

Dieser Artikel ist zitiert nach Arno Paffrath: "100 Jahre Hückeswagener Stadtwappen", erschienen in "Romerike Berge", 42. Jahrgang, Heft 1, März 1992 

Brief zum Wappen - 1892

Wappenbrief

Ministerium des Innern. Berlin, den 22. August 1892

Des Königs Majestät haben mittelst des in beglaubigter Abschrift beigefügten Allerhöchsten Erlasses vom 9. d(ieses) M(ona)ts der Stadt Hückeswagen zur Führung, des in der vorgelegten Zeichnung dargestellten Wappens die Genehmigung zu ertheilen und die /bei/ Vollziehung des Erlasses hervorzuheben geruht, dass der Schild entsprechend der altgothischen Umschrift auch eine gothische Form erhalten müsse. Zugleich hatte Seine Majestät die Gnade, dies auf der Zeichnung mit Rothstift Allerhöchsteigenhändig zum Ausdruck zu bringen.

An den Königlichen Regierungs Präsidenten Herrn Freiherr von der Recke hochwohlgeboren zu Düsseldorf.  IB.6123

Düsseldorf, den 9. September 1892

Eu(e)r Wohlgeboren setze ich hiervon auf den Bericht vom 19. April d(iesen) J(ahre)s No 1267 zur gefälligen weitern Veranlassung in Kenntniß.
Das abgeänderte Wappenschild folgt hierbei zurück.

Der Regierungs Präsident
In Vertretung Gesehen
Der Landrath

An
Den Bürgermeister
Herrn Langenfeld
Wohlgeboren
I.II.B.4857  Hückeswagen
Mittelbar (d(urch) d(as) K(öni)gl(iche) Landrathsamt Lennep