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24.05.2019

Glasfaser: BEW pflügt Rohre ein

Modernes grabenloses Verfahren geht schnell und schont die Umwelt – Teststrecke von Müllensiepen bei Egen nach Kleinhöhfeld an der Bever

Sie freuen sich über die Teststrecke zum Glasfaserausbau: v.l.n.r. Jens Langner (BEW), Michael von Rekowski (Hansestadt Wipperfürth) und Jonatan Garrido-Perreira (Schloss-Stadt Hückeswagen).

Ein ungewöhnliches Gefährt ist seit Mittwoch (22. Mai) unterwegs entlang der Landstraße zwischen Wipperfürth-Müllensiepen und Hückeswagen-Kleinhöhfeld: Hier zieht ein umgebauter Traktor mit großer Kabeltrommel huckepack und angehängtem Pflug einen tiefen Schlitz neben dem Straßenrand. Von der Kabelrolle gleitet ein schwarzes Kunststoffrohr direkt in den Schlitz. Fertig sind die Verlegearbeiten für das schnelle Internet. Ganz ohne Graben. Der Bürgermeister von Wipperfürth Michael von Rekowski und Jonatan Garrido-Pereira, Breitbandkoordinator von Hückeswagen haben sich gemeinsam mit Jens Langner, Geschäftsführer der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW) am Mittwoch vor Ort von der schnellen und umweltschonenden Verlegetechnik per Kabelpflug überzeugt. Die ersten fünf Testkilometer dort führt die Spezialfirma econtech im Auftrag der BEW durch.

Bis 2021 sollen die rund 3.000 Haushalte und Betriebe in den aktuell unterversorgten Gebieten von Hückeswagen und Wipperfürth mit schnellem Internet versorgt sein. Denn diese sogenannten weißen Flecken auf der Internetlandkarte bekommen jetzt Glasfaser bis ins Haus – auch FTTB/H (fibre-to-the-building/home) genannt. Das Breitbandnetz verlegt die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) mit ihrem Kooperationspartner innogy TelNet im Auftrag der beiden Kommunen.

Einpflügen spart Zeit und Kosten.

Das innovative Pflugverfahren eignet sich für unbefestigte Strecken außerhalb geschlossener Ortschaften, wo genügend Platz neben dem Straßenrand vorhanden ist. Bis zu sechshundert Meter Glasfaserkabel können bei der bergischen Topografie am Tag verlegt werden. Aufreißen, Freilegen eines Schlitzes und Einpflügen der Glasfaserleitungen werden von der Maschine in einem Schritt abgearbeitet. Mit dem Pflug können zudem mehrere Produkte gleichzeitig verlegt werden. Zwischen Müllensiepen und Kleinhöhfeld wird derzeit mit der Glasfaserleitung noch ein Stromkabel verlegt. „Durch die gleichzeitige Verlegung mehrerer Medien können wir Synergien heben. Das geht nicht nur schneller und ist kostengünstiger als offene Grabentechnik, sondern reduziert auch die Eingriffe auf Flora und Fauna auf ein Minimum“, betont Jens Langner.

Glasfaser bis ins Haus ist zukunftssicher  

Der echte Glasfaseranschluss bis in jedes Gebäude (FTTB/H) ist im Gegensatz zur weit verbreiteten Verlegetechnik FTTC (fibre-to-the-curb) zukunftssicher. Bei letzterer geht die Glasfaser nämlich nur bis zum Kabelverzweiger im grauen Kasten am Straßenrand; von dort erfolgt die Übertragung über bestehende – langsamere – Kupferleitungen. Der konsequente FTTB/H-Ausbau wie in Hückeswagen und Wipperfürth hat demgegenüber etliche Vorteile: Glasfaserleitungen haben eine nahezu unbegrenzte Leistungsfähigkeit, sie sind weniger störanfällig, bieten stabile Leistungen und garantieren die Geschwindigkeit, die der Kunde bestellt hat. Bei wachsendem Datenvolumen ist das auch ein Wertfaktor für Immobilien. In den geförderten Ausbaugebieten von Hückeswagen und Wipperfürth erhöhen sich die Internet-Übertragungsraten von aktuell unter 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf Download-Geschwindigkeiten von mindestens 100 Mbit/s.

Interessenten außerhalb des Fördergebiets können sich vormerken lassen

Im ersten Schritt erfolgt der Breitbandausbau in den geförderten Gebieten der Städte; das sind die aktuell am schlechtesten versorgten Außenbezirke. Danach sollen weitere Straßenzüge in den Genuss der Glasfaser kommen. Der Ausbau wird bedarfsorientiert erfolgen. Wer Interesse an einem FTTB/H-Anschluss hat, kann sich heute schon in die Datenbank der BEW eintragen. Das Kontaktformular findet sich auf www.bergische-energie.de/glasfaser.