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Wohnkultur im Bergischen Land

Unser Heimatmuseum gibt einen guten Überblick, wie das Leben im Bergischen in vergangenen Jahrhunderten war.

Vitrinenschrank aus massiver Eiche

 

 

Wohnkultur im Bergischen Land des 18. und 19. Jahr­hunderts" ist identisch mit der Einrichtung und Ausstattung der Hückeswagener Bürger­häuser zu Zeiten aufblühen­der Textilvermarktung im Sog der frühen Industrialisierung. Dabei muß nicht auf den Abstand vom einfachen Gebrauchsgegenstand zum gehobenen Anspruch beim Ausstattungsstück hingewie­sen werden. Als das Museum ausstaffiert wurde, da konnte auf fast ausnahmslos aus dem heimischen Raum Zu­sammengetragenes zurück­gegriffen werden. So auch auf den oben abgebildeten Vitrinenschrank aus massiver Eiche. Die Details sind ja so bestechend; ob es das hand­geschnitzte Abschlußgesims, seine Blattrosettenkrönung, die Spiralranken an den Ver­glasungen der abgeschrägten Ecken oder ob es die feinen Relieffüllungen sind.

 

 

So trügt denn der Schein inmitten der heimeligen Behäbigkeit. In Wahrheit ist doch jedes Einzelstück aus der Küchenecke ein fernes Spiegelbild harter Hausfrauenarbeit. Zwischen behaglichen Befindlichkeiten und später Wertschätzung der Mühen im Haushaltsbereich darf gern gewählt werden.

Frühere Kücheneinrichtung

Blankgeputzte Kupfer- und Messingverkleidungen machten früher den Gebrauchsgegenstand „Pumpe" zum Schmuckstück bergischer Flur-Ecken im ländlichen wie in kleinstädtischen Bereichen. Butterfässer und Ölmühlen sind kaum noch in Gebrauch. Bomböschen, in Nachbarorten auch Ballebäuschen genannt, kommen nur noch selten auf den festlich gedeckten Tisch. Die nützlichen „Küchenhilfen" unserer Großmütter werden auf dem Hückeswagener Altstadtfest als Zierrat wohlfeilgehalten. Im Heimatmuseum aber gehören sie zum gern vorzeigbaren Inventar. So stellt unsere sogenannte „Küchenecke" eine Verbindung zu den Generationen her. Kaum ein Betrachter, der nicht in irgendeiner Form gerade hier seine persönlichen Bezüge aufbaute und oft genug spontan zum Ausdruck brächte, was ihn damit verbindet.  Vermittelt wird ein Stück Rückbesinnung auf Zeiten vor der „Andienung" des Leitungswassers und des elektrischen Stromes im öffentlichen Auftrag. So trügt denn der Schein inmitten der heimeligen Behäbigkeit. In Wahrheit ist doch jedes Einzelstück aus der Küchenecke ein fernes Spiegelbild harter Hausfrauenarbeit. Zwischen behaglichen Befindlichkeiten und später Wertschätzung der Mühen im Haushaltsbereich darf gern gewählt werden. 
 

Frühere Kücheneinrichtung

 

 

Prunkschrank

Typische Merkmale des „Aachen-Lütticher-Barocks", der, hier gern und bevorzugt eingeführt, als eigene Stilrichtung mit dem Prä­dikat „Bergischer Barock" annek­tiert wurde, finden sich rundum im Hückeswagener Heimatmu­seum. Ein gutes Beispiel ist der „Prunkschrank" aus der Zeit um 1760 mit den reichen Blumen­rankenschnitzereien, die oben im Zeichen einer stibitzenden Amsel enden. In seinem rot aus­gelegten Vitrinenteil sind gläser­ne Kostbarkeiten aufbewahrt. Zusammen mit Filigran-Porzel-lan bildet das Interieur dennoch kein Sammelsurium. Schönes und Nützliches aus längst ver­gangenen Epochen begleitet den Museumsgast beim Rund­gang auf Schritt und Tritt. In Hückeswagen ist man sich sehr wohl bewußt, daß ein Hauch von Wohlhabenheit die „gute Stube" des zentralen Saales umgibt. Unsere guten Stücke vermit­teln auch heute noch eine be­sondere Wohnatmosphäre.

 

 

In Hückeswagen ist man sich sehr wohl bewußt, daß ein Hauch von Wohlhabenheit die „gute Stube" des zentralen Saales umgibt. Unsere guten Stücke vermit­teln auch heute noch eine be­sondere Wohnatmosphäre.

Wohnzimmereinrichtung

 

Wiege der Maria Zanders geb. Johanny. Typische Einrichtung der damaligen Bergischen Wohnkultur

Wohnstube mit Kinderbett

Lernen Sie unser Museum "live" kennen: Informationen bei der Leiterin, Frau Maybritt Schützenmeister, Tel. 02192 / 93 52 04, E-Mail: info-1085-hmh@t-online.de